ProAc

MY SOUND

 

Northamptonshire. Mehr mittendrin geht in England nicht. Eine Inspektor-Barnaby-Kulisse und eine der meist unterschätzten Lautsprecher-Hersteller des Vereinigten Königreichs: ProAc. Dabei gibt es die Firma schon seit 1979 und wenn man Kenner auf ProAc anspricht, kommen in der Regel nur ein anerkennendes Augenbrauen-Hochziehen und lobende Worte: Dass man hier in Hamptonshire außergewöhnlich gute Lautsprecher baut, ist unbestritten. Nur der große kommerzielle Erfolg blieb der kleinen 12-Mann-Manufaktur bislang verwehrt. ProAc ist quasi ein Geheimtipp, von dem fast jeder weiß, den aber nicht so viele Musikfreunde annehmen. Es muss wohl am dezenten Äußerlichen, aber halt britischen Auftritt dieser Lautsprecher liegen. Denn klanglich sind diese, in bester englischer Tradition auf höchste Musikalität getrimmten Schallwandler durch alle Linien hervorragend gut.
Herz, Hirn, Motor und Chefentwickler von ProAc ist Steward Tyler, ein sympathischer Lautsprecher-Verrückter, der aber preislich immer die Bodenhaftung behält. Maßlos teure Flaggschiff-Projekte waren und sind einfach nicht sein Thema. Sein wahres Bestreben ist stets, zu überschaubaren Preisen ein restlos begeisterndes Erlebnis zu erzielen. Und wenn man sich durch die ProAc Modellpalette hört, stellt man schnell fest, dass Tyler diesem Ziel mit den meisten Modellen sehr nahe gekommen ist.

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Kalotte oder Bändchen?

Beides!

 

Steward Tyler ist ein Wisser, kein Besserwisser. Er kennt die Vorzüge der von ihm eingesetzten Scan Speak Hochton-Kalotten genau so gut wie der (speziell für ProAc hergestellten) Bändchenhochtöner. Er macht dem Hörer keine Vorschriften, sondern lässt ihm die freie Wahl: Die meisten Modelle seiner (wichtigsten) Response Serie gibt es entweder mit der üblichen 25 Millimeter Gewebekalotte oder mit dem speziell für ProAc angefertigten Bändchen. Diese Hochtöner haben statt der klassischen Kalotte ein ultraleichtes Metallbändchen, kaum dicker als ein menschlichen Haar, das in einem starken Magnetfeld schwingt und deshalb enorm impulsgenau ist. Die Varianten mit Bändchen tragen dann das „R“ für Ribbon im Namen.

Diese Herangehensweise ist ungewöhnlich und gibt dem geneigten Zuhörer mehr Entscheidungsfreiheit an die Hand. Steward Tyler verwendet in seiner „großen“ K-Serie übrigens ausschließlich die fast masselosen Bändchen – will das aber keineswegs als Wertung verstanden wissen, welches Hochtonkonzept er besser findet…

Die Tablette 10.

Unglaublich.

 

Ein Lautsprecher zieht sich wie ein roter Faden durch die Firmenhistorie: die Tablette. Kürzlich kam die 10. Generation des Mini-Lautsprechers auf den Markt und sie ist besser denn je. Und auch ein bisschen skurriler. Denn die Tablette 10 hat exakt die Abmessungen der LS3/5a, dem legendären BBC Monitor aus dem Jahre 1968. Dieser war eigentlich für die Rundfunkwagen der BBC gedacht und deshalb sehr kompakt – eher breit als tief – aufgebaut. Doch seine überragenden audiophilen Qualitäten machen ihn auch heute noch zu einem der viel begehrten Lautsprecher.

Steward Tyler hat dieses Konzept noch einmal aufgegriffen und mit der Tablette 10 eine moderne Version der LS 3/5a entwickelt, der mit seinem geschlossenen Gehäuse und seiner sehr hohen Impedanz von über 10 Ohm ein wenig aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Doch die technische Anlehnung an die LS3/5a bekommt der Tablette 10 ausgesprochen gut. In kleinen Räumen und in Verbindung mit „kleinen“ Verstärkern – gern auch Röhren-Amps – gibt es definitiv nichts Besseres.

ProAc.

Und die besseren Zutaten.

 

Auffällig bei ProAc ist die immer ausgesucht gute Bauteile-Qualität. Gleich, ob Hoch-, Mittel-, Tieftöner oder Frequenzweichenbauteile: Wo andere Firmen schon längst den Rotstift angesetzt hätten, drückt Steward immer noch ein Auge zu – der besseren Klangqualität wegen: Es muss doch gut klingen. Steward ist eben ein Überzeugungstäter…
Diese Haltung ist zwar wenig profitabel, aber ehr- und hörbar. ProAc Lautsprecher klingen in den wichtigen Bereichen immer etwas ruhiger und klarer als gleichteure Mitbewerber.

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