Rega

MY SOUND

 

Ja, es gibt diese schöne Welt noch: das kleine gallische (in diesem Fall natürlich: britische) Dorf, das ohne jeden Investor aus Fernost genau die Dinge macht, die man sich bei der Firmengründung vorgenommen hat. Im Falle von Rega bedeutet das: hervorragende Plattenspieler für kleines Geld herzustellen. Firmengründer Roy Gandy durchlebte dabei die Leidensgeschichte vieler HiFi-Fans der 1970er Jahre. Er war total fasziniert von den neuen Möglichkeiten, aber die angebotenen Geräte waren ihm klanglich zu schlecht. Der Ford-Ingenieur gründete 1975 Rega als Plattenspieler-Manufaktur und blieb sich bis heute treu. Kleines Beispiel: 1988, als alle HiFi-Fans wie gebannt auf die Entwicklung der CD starrten, beschloss Roy – der Mann glaubt an seine analoge Mission – Tonabnehmer zu entwickeln. Die beiden damals entwickelten MM-Abtaster Bias und Elys begründeten eine lange Reihe von Tonabnehmern, die bis heute immer länger (und besser) wurde.

1991 wurde aus dem Plattenspieler-Hersteller Rega ein Vollsortimenter: mit Lautsprechern und eigener Elektronik, bei der vor allem – typisch Rega – die kleinen, bezahlbaren Komponenten herausragend gut sind und bei denen auch die Digitalkomponenten allesamt ziemlich Analog klingen. Heute ist Rega einer der größten Plattenspieler-Hersteller und einer der größten OEM-Lieferanten für Tonarme weltweit. Vor allem die Qualität der Tonarme können die meisten Mitbewerber einfach nicht zum gleichen Kurs anbieten. Roy Gandy weiß halt, was er tut… Knapp 50.000 Rega-Laufwerke aus allen Baureihen verlassen mittlerweile jedes Jahr das Werk in Southend-on-Sea. Und mit der Menge wurde auch die Verarbeitungsqualität auf ein modernes europäisches Niveau gehoben. Die Spaltmaße waren früher doch sehr britisch.

Produkte / Rega

Die Schlichtheit des Entwurfs.

 

Rega Plattenspieler sind Sinnbilder für Masse-arme Laufwerke: eine scheinbare simple Bodenplatte – und das war´s. Dahinter steckt nicht nur der Wunsch, den Plattenspieler möglichst simpel zu gestalten, sondern das Wissen, dass Laufwerke mit wenig Masse in der Regel „schneller“ und dynamischer klingen als hoch gedämpfte Masselaufwerke.

Und die Schlichtheit des Entwurfs entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als meisterliche Balance zwischen allen Zutaten. Zur Leichtbauweise gehört ein genau passender, nicht allzu kräftiger Motor, der – so besagt es das Rega Ideal – von einem externen Netzteil (ab Planar 3) angetrieben wird. Doch fast das meiste Hightech steckt bei Rega in den Lagern: die Tonarme sind gleichermaßen robust und dennoch sehr leichtgängig, das Plattentellerlager wurde über die Jahre immer ausgefeilter – mit genau dem richtigen Restwiderstand.

Und noch so ein Punkt, der einfach und dennoch genial ist: Rega Tonarme und Tonabnehmer haben nicht zwei, sondern drei Befestigungsschrauben. Somit ist der Einbau kinderleicht. Selbst Nicht-Spezialisten bekommen einen Rega Abtaster genau so eingebaut, wie es vom Hersteller vorgesehen ist. Besser geht es nicht.

Vom Wissen

um den Effekt jeder Schraube.

 

Jeder Rega Plattenspieler sieht ziemlich einfach aus, doch der Anschein trügt. Das Entwicklerteam um Roy Gandy weiß um den Effekt eines jeden Bauteils. Ein paar Gramm mehr an dieser Stelle oder spezielle Schrauben an jener Stelle – das alles hat bei einem Laufwerk mit geringer Masse einen hohen klanglichen Einfluss. Und Gandy & Co wissen genau, an welchen Schrauben sie drehen müssen. Seit über 40 Jahren haben die Briten ihre „einfachen“ Masse-armen Laufwerke weiter entwickelt und sind mittlerweile auf einem klanglichen Niveau angelangt, das Staunen macht. Ein einfaches Beispiel: Die besseren Laufwerke haben Gegengewichte aus Wolfram. Die sind genau so schwer wie die anderen aus Stahl und klingen trotzdem hörbar besser.

Der Rega Planar 6.

Lichtgestalt.

 

Ragt einer der Plattenspieler aus dem fein abgestimmten Rega Programm hervor? Ja, der Planar 6. Auch die kleineren Laufwerke Planar 1, 2 und 3 sind für das Geld hervorragende Plattenspieler. Aber es scheint, als hätten Roy Gandy & Co mit ihnen nur für den Planar 6 geübt, denn an diesem Oberklasse-Laufwerk stimmt wirklich alles. Allein schon die Veränderungen zum Tonarm RB 330 und die Verbesserungen des Lagers hoben die Klangqualität noch einmal deutlich an. Vor allem aber ist es die extreme Leichtbauweise des Chassis: Die Bodenplatte besteht aus zwei Schichten Laminat, in deren Zwischenraum ein fester, aber hochdämpfender Schaum für Stabilität sorgt. Der Plattenspieler wiegt ohne Plattenteller nicht einmal ein Kilo – es ist die ideale Umsetzung des Masse-armen Konzepts.

Hinzu kommt ein wirklich ausgefuchstes Netzteil. Im Neo PSU arbeitet der Digital Signal Processing Generator aus dem „großen“ RP10; dank der eingebauten Quartz-Steuerung kann er die Geschwindigkeit des Planar 6 absolut exakt halten. Zudem erzeugt der DSP-Generator zusammen mit dem Treiberverstärker eine eigene 24Volt Wechselspannung mit weniger als 0,15% Verzerrungen. Das Neo PSU-Netzteil bleibt daher selbst bei größeren Netzschwankungen völlig unbeeindruckt.

Welcher der beschrieben Punkte diesen Plattenspieler so gut macht? Wir wissen es nicht. Wahrscheinlich ist es das harmonische Zusammenspiel aller Bauteile. Sicher aber ist, dass dieser Rega Planar 6 nicht nur für seine Preisklasse geradezu überlegen gut klingt. Die Schnelligkeit, Offenheit und Dynamik seiner Wiedergabe sucht seinesgleichen und wird derzeit nur von weitaus teureren Laufwerken übertroffen.

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